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6. Ost- und Zentraleuropäische Regionalkonferenz über Unterstützte Kommunikation (deutsche Übersetzung von / German translation of: 6th Eastern and Central European Regional AAC Conference (ECE-AACC))
- By Gregor Renner
- Published 03/30/2008
- Emerging AAC Nations
Die 6. ECE-AAC-Konferenz brachte 110 TeilnehmerInnen aus 15 Ländern zusammen: aus Weißrussland, Tschechische Republik, Dänemark, Finnland, Ungarn, Israel, Lettland, Polen, Rumänien, Russland, Slovakei, Ukraine, USA und Großbrittanien. Die Konferenzsprache war Englisch mit Simualtanübersetzung ins Tschechische. Einige TeilnehmerInnen brachten eigene ÜbersetzerInnen mit. Viele auf der Konferenz vertretene Länder beginnen gerade erst, Unterstützte Kommunikation einzusetzen.
Lucie Laudova, die Leiterin der Konferenz, eröffnete die Konferenz mit einer Gebärden- und Gestenaufführung. Eine VertreterIn des Ministeriums für Sonderpädagogik, Jugend und Sport der tschechischen Republik begrüßte die Anwesenden.
In der Vergangenheit hatte ISAAC einige TeilnehmerInnen dabei unterstützt, eine internationale Perspektive einnehmen zu können und dieses Forum bot eine lokal erschwingliche wertvolle Erfahrung der Vernetzung. Zum Beispiel erhielt Alina Smyczek aus Polen vor einigen Jahren das Internationale Bridge-School / ISAAC Stipendium und Lia Kalinnikova aus Russland erhielt eine finanzielle Unterstützung, um an der ISAAC-Konferenz 2006 in Düsseldorf teilnehmen zu können. Beide waren mit Beiträgen in Prag präsent.
Alina gab einen beeindruckenden Bericht der Entwicklung von Unterstützter Kommunikation in Polen, die vor 20 Jahren mit einem Bliss-Zentrum in Warsaw begann. Universitätsvorlesungen begannen 10 Jahre später, gefolgt von Aufbaukursen vor 7 Jahren. Derzeit haben 2000 Menschen eine Bliss-Schulung erhalten. Kurse in Makaton haben vor 3 Jahren begonnen und inzwischen wurden bereits 5000 Menschen geschult. Bücher über Unterstützte Kommunikation wurden ins Polnische übersetzt, zu den ersten gehörten Anne Warrick's Kommunikation ohne Lautsprache Speech (Communication without Speech) (ISAAC 1998; Warsaw 1999) und die Einführung in die Unterstützte Kommunikation von Harald Martinsen und Stephen von Tetzchner (Warsaw 2001).
Die Menschen in Polen schreiben nun über ihre eigenen Erfahrungen in der Lehre und der Anwendung von Unterstützter Kommunikation und ein Online-Bulletin wurde geschaffen. Inzwischen wurde ein Programm für Familien entwickelt und Hilfsmitteltechnik gibt es in 55 Sonderschulen.
Die polnische Organisation Sprechen ohne Wörter wurde mit 11 Mitgliedern gegründet und hat jetzt 107 Mitglieder. Polen hat auch eine ISAAC-Sektion.
Lia Kalinnikova ist das einzige russische ISAAC-Mitglied aus Arkhangelsk nahe dem Weißen Meer. Sie wird die 7. Ost- und Zentraleuropäische Regionalkonferenz über Unterstützte Kommunikation Anfang Juli 2009 ausrichten. Die Einzelheiten werden nach und nach auf der ISAAC-Internetseite veröffentlicht.
Mehrere große Institutionen für 500 Menschen und mehr gibt es in der Region, aus der Lia kommt. Sie hilft im Rahmen eines Projekts, die Unterstützte Kommunikation in Minsk und Weißrussland zu etablieren. Das Projekt wird vom Osteuropakommittee in Schweden, dem schwedischen Institut und der Pomor State Universität gefördert. Anfangs werden 60 TeilnehmerInnen in die Unterstützte Kommunikation und ihre Strategien eingeführt. Auf der zweiten Stufe soll ein Lehrgang einschließlich Materialienzentrum mit 30 SpezialistInnen und SonderschullehrerInnen eingerichtet werden. Der Lehrgang wird im Mai 2008 beginnen. Lia hofft, einige vorläufige Ergebnisse bei der ISAAC-Konferenz 2008 in Montreal vorstellen zu können.
Ania Kazimierczak und Maja Admczyk, die beide unterstützt kommunizieren, boten eine bewegende Präsentation darüber, wie Anias anfängliche Nutzung eines Sprachausgabehilfsmittels zu ihrer Freundschaft mit Maja führte, einer jungen Frau ihres Alters, die ihre eigene Stimme programmiert. Maja ist die Tochter von Anias Logopädin Aldona Mysakowska-Adamczyk. In ihrer Präsentation erwähnte Ania insbesondere Meredith Allan, ein australisches ISAAC-Mitglied, das sie zu ihrem Besuch in Polen inspiriert hat.
Attila Pal .Pager und Richard Faher aus Ungarn stellten in ihrer gemeinsamen Präsentation Richards Nutzung der Unterstützten Kommunikation bei einem Vortrag vor SchülerInnen einer weiterführenden Schule. Richard beschrieb, wie er in seinem Rollstuhl die Treppen hinaufgetragen werden musste, als er bei der Schule ankam.
Ein Höhepunkt der Konferenz war das Abendessen in einem wunderbaren Restaurant mit Untermalung durch einen Akkordeonspieler.
Dorothy Fraser, ein ISAAC-Mitglied aus Schottland, nahm an der Konferenz mit KollegInnen aus einer Schule in Rumänien teil. Sie hoffen, eine ISAAC-Gruppe im Rahmen des 5+5-Programms bilden zu können. (Hinweis: In Entwicklungsländern der Unterstütztenn Kommunikation vergibt ISAAC für 5 reguläre Mitgliedschaften weitere kostenlose Mitgliedschaften.) Dorothy hat ein Haus in Transylvanien gekauft und bietet allen eine Unterkunft an, die das Projekt besuchen oder unterstützen wollen.
Ein besonderer Dank geht an Lucie Laudova und Jana Sarounova für ihre hervorrande Organisation und Gastfreundschaft in Prag.
Bitte unterstützen Sie unsere Entwicklungsländer der Unterstützten Kommunikation, wenn Sie Ihre Mitgliedschaft bei ISAAC 2008 verlängern. Ihre Spende macht einen echten Unterschied.
Hilary Johnson
Vorsitzende des ISAAC-Geschäftsführung
