1. Welche Ziele hat das Projekt?
a) Bewusstsein über Unterstützte Kommunikation aufbauen. NutzerInnen, UnterstützterInnen, LehrerInnen und anderen professionell Tätigen bewusst machen, was Unterstützte Kommunikation für Menschen mit komplexen Kommunikationsbedürfnisse tun kann
b) Bewusstsein unter LehrerInnen über den Einsatz von Unterstützter Kommunikation im Regel- und offenen Schulsystem aufbauen, so dass Zugang zu Bildung für alle erreicht wird
c) Bewusstsein über die Rechte von unterstützt kommunizierenden Menschen unter ihnen und in der Gemeinde aufbauen
d) Selbstbefähigungsschulung für unterstützt kommunizierende Menschen in Zusammenarbeit mit der Jadavpur Universität, einer der besten in Indien
e) Schulung von UnterstützerInnen und Diskursstrategien für UnterstützterInnen (Familien, Pflegekräfte) und professionell Tätige
f) Forschung und Entwicklung kulturell angemessener UK-Hilfsmitteltechnik und Inhalte für NutzerInnen in Zusammenarbeit mit dem Indischen Institut für Technik, einem der besten Technikinstitute in Indien, und in Zusammenarbeit mit lokalen Herstellern
2. Wo ist der Sitz des Projekts? (in welcher Stadt oder Region)
Kalkutta, Indien
3. Wieviele Kinder und Eltern nehmen an der Intervention teil?
89 Kinder und ihre Familien in den Schulen, über 500 NutznieserInnen über gemeinde-orientierte Programme.
4. Wieviele Erwachsenen mit wenig oder keiner Lautsprache nehmen teil?
30 junge Erwachsene in den Erwachsenendienste. 8 von ihnen nehmen aktiv teil und übernehmen Führungsrollen im Projekt. Sie haben eine Gruppe namens 'A cube C' oder Anwälte für Unterstützte Kommunikation gebildet.
5. Was bedeutet die Intervention? (z.B. Einzeltherapie, Gruppenarbeit, Elternschulung)
Einzeltherapie: Individuell angepasste Diagnostik für jede einzelne NutzerIn wird durchgeführt. Entsprechende Kommunikationsprogramme werden entwickelt, wobei LehrerInnen in den Schulen und Familienmitglieder (erweiterte Familie) zu Hause einbezogen werden. Personalisierte Kommunikationstafeln werden entwickelt (abhängig von den Kommunikationsbedürfnissen und Zugangsmöglichkeiten der NutzerInnen). Abhängig vom kognitiven Niveua der Nutzerin können diese aus Gegenständen, Fotos, Bildsymbolen und Wörtern oder Phrasen erstellt werden. Für diejenigen, die buchstabieren können, nutzen wir eine Buchstabentafel ergänzt um einige Kernwörter, -phrasen und -fragen. Jedes Material kann für Kommunikationstafeln, Gesprächs- oder Plauderbücher, alle kulturrell und sprachlich angemessen, was heißt, dass spezifische kulturrelle Fragen beim Erstellen berücksichtigt werden und dass keine universelle Sprache eingesetzt wird, sondernn die Sprache, die die NutzerIn hauptsächlich verwendet. Wir denken, es ist von größter Wichtigkeit, den komplexen multikulturellen Charakter Indiens zu berücksichtigen. Logopädie wird den NutzerInnen ebenfalls angeboten.
Wir setzen das von IICP entwickelte SPICE-Modell für Gemeindeintervention ein.
Gruppenarbeit: Thematisch breiter angelegte Kommunikationstafeln werden in der Schule für themenbasierte Gruppenaktivitäten eingesetzt,wie für Essen, Spiel und Unterricht. Gesprächsbücher werden in der Interaktion Gleichaltriger im Klassenzimmer eingesetzt. Diese Taschenbuch-großen Bücher werden genutzt, um die Vorlieben und Abneigungen sowie interessante Ereignisse auszudrücken. Lustige Kommentare und Witze. Ein Programm namens 'GupShup' (Plaudern), bei dem sprechende Freunde unterstützt Kommunizierender aktiv bei der Auswahl der Mitteilungen in Beratungen mit der NutzerIn beteiligt werden und die Plauderbücher zu gestalten, war eine großartige Sache für alle.
Schulung der Eltern:
Eltern werden in die Entscheidungen über die Kommunikationsbedürfnisse und -ziele von NutzerInnen einbezogen. Sie werden geschult, Wortschätze zusammenzustellen und einfache Kommunikationstafeln zu erstellen und zu nutzen. Die erfahrenen NutzerInnen der Unterstützten Kommunikation, Mitglieder der 'A3C-Gruppe' sind auch geschult worden, Schulungen zu leiten. Sie führen Workshops nicht nur für Eltern, sondern auch für professionell Tätige und Auszubildende / Studierende (Sonderpädagogik, Medizin, SozialarbeiterInnen, Pflegekräfte etc.) über unterschiedliche Aspekte der Unterstützten Kommunikation durch. Ein audio-visuelles Schulungsmaterial für Unterstützungs- und Diskursstrategien mit Beispielen guter und schlechter Praxis wurde entwickelt und wird von A-cube-C-Mitgliedern mit großem Erfolg eingesetzt.
6. Wie würden Sie den Fortschritt des Projekts beschreiben und worin bestehen die größten Herausforderungen?
Fortschritt des Projekts: Das Projekt entwickelt sich gut und führt zur Gründung des “Nationalen Materialzentrum für Unterstützte Kommunikation’ in Kalkutta, mit dem Ziel,die Bedarfe von NutzerInnen zu ermitteln und ihnen angemessene Lösungen zur Verfügung zu stellen. Das Zentrum unterhält und zeigt die in Indien verfügbaren Materialien zur Unterstützten Kommunikation und ist an der Entwicklung solcher Materialien einschließlich Hilfsmitteltechnik beteiligt. Vidyasagar aus Chennai und AADI aus Dehli sind ebenfallen an diesem Zentrum beteiligt.
Wir haben die indische Bildersammlung entwickelt, eine Navigationssoftware für eine Bibliothek von fast 1950 Bildsymbolen, die nicht nur auf dem indischen Subkontinent von Bedeutung ist, sondern auch für Länder in Südostasien und im Mittleren Osten, und die die Gestaltung von unterschiedlichen Kommunikationstafeln unterstützt. Die erfahrenen NutzerInnen von Unterstützter Kommunikation sind an diesem Projekt beteiligt. Sie sind die Schlüsselpersonen, die mit NutzerInnen auf unterschiedlichen Ebenen arbeiten, Wortschätze zusammenstellten, berieten, die Zeichnungen testeten und überarbeiteten. Das Entwicklungsprojekt umfasst auch multimediale Lehrmittel, Kommunikationssoftware mit landessprachlicher Sprachausgabe und die Entwicklung einfacher Sprachausgabehilfen.
Wir sind an der Schulung von Eltern und professionell Tätigen beteiligt und stellen auch für SchülerInnen mit Lautsprachschädigungen angepasste Schulungsunterlagen für Regelschulen bereit. Die UK-Woche wird von A cube C Mitgliedern gestaltet.
Die größte Herausforderung: Wir freuen uns darauf
Unsere Fähigkeiten als LehrerInnen in den Bereichen Unterstützte Kommunikation und Hilfsmitteltechnik für NutzerInnen, Familien, LehrerInnen und andere professionell Tätige in Indien auszubauen. Ein inklusives Hilfsmittelzentrum aufzubauen, um Forschung und Entwicklung von kulturell passenden inklusiven Techniken und Inhalten für unterstützt kommunizierende Menschen voranzubringen. Das wird besseren Zugang zu Bildung, Kommunikation und Beschäftigung für
7. AnsprechpartnerIn: Reena Sen