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Shakti: Ein Seminar zur Befähigung von Eltern (deutsche Übersetzung von / German translation of: Shakti: A Parent Empowerment Seminar)
- By Gregor Renner
- Published 07/11/2007
- Support Groups
Snigdha Sarkar, Secy. Anwesha
Sozialer Wandel durch Gesetzgebung
Soziales Bewusstsein und Gesetzgebung ergänzen einander. Sozialer Wandel ist ein allgemeiner Begriff, der sich auf den Wechsel in der Natur, den sozialen Institutionen, dem sozialen Verhalten oder den sozialen Beziehungen einer Gesellschaft oder Gemeinschaft von Menschen bezieht. Er ist ein Akt, einen Wandel der Gesellschaft zum Positiven auszulösen. Gesetzgebung oder Gesetze werden von einer Regierung erlassen. Der Begriff kann sich auf ein einzelnes Gesetz beziehen oder auf eine Sammlung von erlassenen Gesetzen, während der Begriff Statut auch für ein einzelnes Gesetz verwendet werden kann. Bevor ein Gesetzesvorhaben zum Gesetz wird, durchläuft es das Gesetzgebungsverfahren. Soziales Bewusstsein ist die Wurzel der Gesetzgebung und die Gesetzgebung sichert und etabliert die Rechte der Menschen.
Die wichtigste Wirkung, die die jüngste Gesetzgebung für Behinderung auf die Leben von Menschen mit Behinderungen in unserem Land hatte, war, dass sie einen Paradigmenwechsel in den Ansätzen zur Behinderung ausgelöst hat: von einem medizinischen, klinischen und auf Barmherzigkeit gründenden Modell zu einem auf Rechten basierenden Entwicklungs- und Sozialmodell. Dieser Wechsel hat Würde in die Leben von behinderten Menschen gebracht.
Vorschläge für eine effektivere Umsetzung von Gesetzen
• Bestehende Gesetze müssen effektiv umgesetzt und die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen zu verbessern.
• Die Änderungsvorschläge zu Gesetzen sollten aufgelistet und an das Parlament weitergeleitet werden.
• Es sollte kontrolliert werden, dass Gesetze landesweit einheitlich umgesetzt werden.
• Behinderung sollte zu einem integralen Bestandteil aller nationalen Politiken werden. Zum Beispiel sollte Sonderpädagogik beim Bildungsministerium angesiedelt sein und nicht beim Sozialministerium.
• Die Förderung einer größeren Teilhabe, Vertretung und Einbeziehung von behinderten Menschen ein Entscheidungen und politischen Organisationen sowie in den politischen Prozess sollte vorangetrieben werden.
Noney Khullar, Vorsitzende von AKSHAR
Inklusion ....ein Recht, nicht ein Privileg
Wir sind eine inklusive Schule. Jede Klasse hat maximal 24 SchülerInnen, von den 3 bis 4 sonderpädagogischen Förderbedarf haben. SchülerInnen mit unterschiedlichen Behinderungen finden ihren Platz in AKSHAR – wie solche mit Downsyndrom, Autismus, Cerebralparese, leichte Höreinschränkung, Dyslexie und leichte bis mittlere kognitve Einschränkungen.
In AKSHAR haben wir versucht, eine Plattform sowohl für normale als auch besondere Kinder bereitzustellen, um gemeinsam zu wachsen und wechselseitig zur Entwicklung der anderen beizutragen. Während meiner achtjährigen Erfahrung konnte ich große Fortschritte bei den Verstehens- und Lesefähigkeiten und beim gesamten Entwicklungsprozess der Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf sehen. Sie interagieren mit den normalen Kindern, lernen neue soziale und kommunikative Fähigkeiten und erstaunen uns über die Jahre immer wieder mit ihren Leistungen bei co-curricularen Aktivitäten, von denen wir viele haben. Für jedes Kind gibt es etwas. In unserer Schule spielt ein Kind mit Autismus die Tabla (eine Trommel) bei allen Aufführungen. An einem Kampfsportturnier zwischen Schulen haben zwei Kinder mit Downsyndrom teilgenommen. Indem sie kompetente Rollenvorbilder haben, lernen sie neue Anpassungsfähigkeiten und sie lernen durch Nachahmung.
Die Vorteile einer inklusiven Schule sind nicht auf die Kindern mit besonderem Bedarf beschränkt. Auch Kinder ohne Behinderung lernen von den 'weniger Fähigen' und beobachten, wie sie sich bemühen, ihre Ziele trotz ihrer Einschränkungen zu erreichen. Als wir mit AKSHAR begannen, fragte ich mich, ob Eltern von normalen Kindern sich dafür entscheiden würden, ihre Kinder auf unsere inklusive Schule zu schicken. Heute merke ich, dass sie Teil des Katalysators für einen Wandel sind.
Ajin Sen, technische BeraterIn, Parivaar
Haltungen verändern die Gesellschaft
Wenn wir über 'Barrieren' und 'Haltungen' im Kontext von Behinderung sprechen, sehe ich das als zwei Seiten der gleichen Medalie an von der jede untrennbar mit der anderen verbunden ist.
In jeder Situation sehen wir uns konfrontiert mit
• einer Haltung der Apathie
• einer Haltung der Selbstverständlichkeit
• einer Haltung von 'es macht sowieso keinen Unterschied’
• einer Haltung von 'was verstehen Eltern schon'
• einer Haltung von Verzweiflung beladen mit Stigmatisierung und
• einer Haltung zuerst nach persönlicher / individueller Bekanntheit statt nach dem Grund zu fragen
Für mich scheint der Begriff 'Barriere' zwei Dimensionen zu haben. Eine besteht aus den sichbaren (physischen) Barrieren und die andere aus den unsichtbaren (ethischen) Barrieren. Beide Arten von Barrieren in der Gesellschaft tragen gleichermaßen dazu bei, Hindernisse gegen die umfassende positive Entwicklung von Menschen mit Behinderungen zu schaffen, indem sie ihre verfassungsmäßigen Rechte leugnen und nicht zulassen, ein Leben als gleichberechtigte BürgerInnen Indiens zu leben. Das schreit nach:
a) dem umfassenden Wandel der Haltungen der betroffenen Menschen, der Eltern, der Professionellen, der Unternehmen, der Regierung
b) der Hingabe der Gesellschaft als Ganzes, eine barriere-freie Umwelt bereitzustellen
Das kann durch klare politische Aussagen erreicht werden, durch Sensibilisierung, durch öffentliche Informationen und durch Bildungsprogramme.
Ich merke, wenn wir wirklich erfolgreich Haltungen verändern wollen, müssen wir eine große Entschlossenheit, kreative Lösungen, innovative Strategien, den Willen, das 'Beste' für die 'Behinderten' zu wollen, die Bereitschaft, sich stigmatisierenden Situationen zu stellen und sie zu überwinden, die Fähigkeit, Selbstverwirklichung hinten anzustellen und sich um die viel wichtigeren Bedürfnisse anderer kümmern. Das ist mit Sicherheit nicht als letzte Wort zur Veränderung von Haltungen und zur Schaffung einer barrierefreien Gesellschaft. Wir sind sicher, dass es viele andere Initiativen gibt, die viel beitragen können. Bitte lasst uns tun, was immer notwendig ist, um Barrieren abzubauen und Haltungen zu verändern.
