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Shakti: Ein Seminar zur Befähigung von Eltern (deutsche Übersetzung von / German translation of: Shakti: A Parent Empowerment Seminar)
- By Gregor Renner
- Published 07/11/2007
- Support Groups
Shakti: Eltern als Anwälte
Zur Feier des 32. IICP-Gründertags am 18. November wurde dieses Seminar zur Eltern-Befähigung (Empowerment) durchgeführt. Damit wird die mögliche Macht – Shakti – von Eltern und ihre bemerkenswerte Rolle in der Entwicklung von Verbänden anerkannt. Alle eingeladenen RednerInnen sind Eltern eines Kindes oder Erwachsenen mit Behinderung. Das Seminar wurde um eine Eröffnungszeremonie und zwei Podiumsdiskussionen herum strukturiert. Hier folgt ein kurzer Auszug aus dem Tagungsband und aus Mitschriften der Reden.
Eröffnungszeremonie
Der Ehrengast, Fr. Poonam Natarajan, ist die Vorsitzende der Nationalstiftung und bis vor kurzem die Gründungsvorsitzende von Vidyasagar, der früheren Spastikergesellschaft Indiens, Chennai.
Eltern als Anwälte…Vertrauen aufbauen
Die Eltern eines Kindes mit Behinderung haben sehr unterschiedliche Erfahrungen mit ihrem Kind und verdienen eine umfassende Perspektive auf das Kind und seine Bedürfnisse. Ein Kind mit Behinderung zu haben, verändert die eigene Lebenseinstellung.
Besondere Eltern haben daher eine besondere Rolle in der Welt. Die Mutter eines Kindes mit Behinderung sorgt sich darum, dass sein Kind ein unabhängiges Leben führen kann, und benötigt Unterstützungssysteme von der Familie, von der Gemeine und von der Regierung.... Und eine Gemeinschaft, der sie vertraut. Schaffen wir nur einen Dschungel oder eine vertrauende und sorgende Gemeinschaft?
Wir sind hier, um die Spielregeln zu ändern, so dass alle mitspielen und alle gewinnen!
Dennis Waitley hat gesagt „Mit unserem Eintritt in das 21. Jahrhunder werden Erneuerer und Visionäre die Raubtiere und Einschüchterer ersetzen. Unabhängigkeit wird durch Interdependenz ersetzt. Die Gewinner werden die Meister der Kooperation sein, nicht die der Konkurrenz mit Zähnen und Krallen.“
Wir sind hier, um Vertrauen aufzubauen. So wie es die Nationalstiftung tut.
Podiumsdiskussion 1: Eltern als Akteure eines sozialen Wandels
ModeratorIn: Veena Lakhumalani, SpezialistIn für Kinderschutz, Cini-Asha (einer Einheit von CINI)
Pix 8837 (l-r) Kalpana Sarkar, Iona Kundu, Veena Lakhumalani, Dilip Khan, Jo Chopra
FestrednerIn: Jo Chopra, DirektorIn, Karuna Vihar, Latika Roy Stiftung, Dehra Dun
Eltern als Akteure eines sozialen Wandels!
Führung ist ein Prozess, eine Schöpfung. Man braucht dazu die Fähigkeit
• auf dem Fahrersitz zu sitzen
• abzubremsen
• mit anderen Augen zu sehen
• das ganze Bild in den Blick zu bekommen
• an unterschiedlichen Stellen zu stehen
• die richtigen Fragen zu stellen; und dann den Antworten zuzuhören
• den Blick anderer einzunehmen
Iona Kundu, Director, Mentaid
Eltern als Profis
Die Eltern zu schulen, führt dazu:
• noch verwirrter zu werden
• Antworten zu finden
• einen systematischen Ansatz anzunehmen
• Techniken zu lernen
• die Bewältigungsstrategien zu verbessern
Eine Untersuchung zur Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten an Eltern mit 157 teilnehmenden Eltern, die am NIMH durch geführt wurde, führte zu einer Verbesserung der Kommunikation, der Fähigkeitsschulung und der Verhaltensveränderung bei Kindern (Peshwaria, R., 1994)
Also lasst uns den Graben zwischen Professionellen und Eltern überbrücken, indem wir Eltern auch als Profis ansehen!
Herr Dilip Kumar Khan, Mitglied der Sahay Eltern-Unterstützungsgruppe
Eltern-Unterstützungsgruppen
Sahay ist der Verband für Eltern mit Kindern, die auf Grund von Cerebralparese behindert sind. Es wäre nicht unpassend, wenn ich die Gefühle der Eltern in Sahay so beschreiben würde, dass die Elternschaft eines Kindes mit Behinderungen mit vielfältigem Stress verbunden ist. Schließlich ist es keine einfache Verantwortung. Durch den vielfältigen Austausch über die Plattform Sahay werden die früheren Gefühle der Ernüchterung, der extremen Isolation und Einsamkeit allmählich zu einem Gefühl der Verbundenheit und Zugehörigkeit. Dadurch werden uns auch allmählich unsere Möglichkeiten und die unserer Kinder bewusst und wir erkennen weitere Ressourcen – körperliche, emotinale, materielle und hoffen auf die Zukunft.
Zu den unterschiedlichen Gründen, Eltern zusammen zu bringen, gehören:
• das Fehlen von Diensten
• die Unzufriedenheit mit Diensten
• Missververhältnis zwischen Bedarf und Angebot
• die Suche nach Lösungen für wichtige Probleme – was geschieht, wenn die Eltern einmal nicht mehr sind?
• die Umsetzung von Gesetzen und der Umgang mit sozialer Ignoranz
• unseren eigenen emotionalen Bedürfnissen genügen
• Informationen und Erkenntnisse austauschen
• eine Plattform für die Entwicklung von Führungs- und Teamentwicklungsfähigkeiten
• Nicht-Regierungsorganisationen helfen
• eine Plattform für deren Stimmen zu schaffen, die bei Gesetzgebungsverfahren und bei Behörden gehört wird
• die Ministerien und Regierungsorganisationen zu überzeugen, die 'Behinderten' zu integrieren
• ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen, indem sie eine Anstellung bekommen
• den Einbezug von Geschwistern zu fördern
Fr. Kalpana Sarkar, Leiterin des Prerana-Erziehungszentrums
Ein Projekt des Nord-Bengal-Rats für die Behinderten, Siliguri
Bewältungsstrategien von Eltern
Ich denke nicht, dass irgendjemand fähig ist, den Bewältungsprozess zu lehren, aber als Eltern, die auch Profis sind, können wir unsere Sichtweisen austauschen. Ich möchte die Bewältigungsstrategien in drei Kategorien unterteilen – emotionale Regulierung für Eltern und die unmittelbare Familie sowie soziale Regulierung für den Versuch, mit der Gesellschaft zurecht zu kommen; körperliche Regulierung im Sinne von professionellem Rat über die Mobilität und andere Hilfsmittel, Anpassungen im häuslichen Umfeld für eine einfachere Handhabung, ein barrierefreies Umfeld in der Gemeinde; und schließlich ist die finanzielle Regulierung sehr sehr wichtig für die Bewältigung.
Ich möchte für die Bewältigung unterschiedlicher Situationen vorschlagen, dass wir keine Einzellösungen anstreben – manchmal machen wir ganz normale Sachen auf nur geringfügig unterschiedliche Weise. Ich schließe, indem ich sage, dass Wissen, Aufrichtigkeit und Hingabe einen stark machen, und indem ich Tagore zitiere: „Ich bete nicht, dass Du mich vor Ärger in Schutz nimmst, sondern dass Du mich furchtlos machst, wenn ich Schwierigkeiten gegenüberstehe“.
Podiumsdiskussion 2: Die Barrieren für einen sozialen Wandel überwinden
Moderatorin: Fr. Tulika Das, Sekretärin, Sanchar
Festrednerin: Fr. Reena Bhandari, Projektleiterin von Stimme und Vision
(Mit Unterstützung des Hilton/Perkins Programms der Perkins Schule für Blinde, USA)
Träumen wagen
Welche Träume und welches Streben haben wir als Familien für unsere Kinder?
Wir träumen von einem Leben für sie, in dem sie ihre besten Möglichkeiten verwirklichen können, die Wahl haben und ein erfülltes Leben führen können. Wir hoffen, dass sie ihre Rechte als Menschen ausüben und ihre Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft erfüllen, in der sie leben. Können wir als Eltern eines Kindes mit Behinderung die gleichen Träume für unser Kind haben? Können wir anstreben, dass unser Kind seine Stärken entdeckt, die Möglichkeit erhält, ein Leben in Würde und Unabhängigkeit zu leben, und ein aktives Mitglied in seiner Gemeinschaft ist? Können wir wagen, das zu träumen??
Wir haben das Glück, in der heutigen Zeit zu leben, in der es eine weltweite Bewegung für Menschen mit Behinderungen gibt. Wer könnte den Wandel besser vorantreiben, als Familien und Menschen mit Behinderungen als Betroffen??
Wie können wir das machen..
• Nutzung der gültigen Gesetze
• Nutzung von Entschädigungsregelungen
• Ein Erscheinungsbild haben und sichbar sein – Nutzung der Medien, um Druck auszuüben
• Sich mit anderen Behindertengruppen vernetzen
• Vertretung in Regierungsausschüssen und Beratungsgruppen gewährleisten.
• Menschen mit Behinderungen, ihre Familien und gemeinnützige Organisationen sind sehr mächtige Kräfte des Wechsels.
Lasst uns die Initiative ergreifen und sicherstellen, dass wir unsere mögliche Macht nutzen, um positive Veränderungen für das Leben von Menschen mit Behinderungen erreichen.
